Der Schweinsbergturm

Der Schweinsbergturm: ein Stück Stadtgeschichte mitten im Wald

 

Der Schweinsbergturm wurde vor über 130 Jahren auf Heilbronns zweithöchstem Berg gebaut. Noch heute ist der Turm im historistischen Stil ein attraktives Ausflugsziel mit bester Aussicht.

 

Aussicht und Nähe zur Natur kann man sich auch in Heilbronn verschaffen. Anlässlich seinen 125-jährigen Bestehens lud der Heilbronner Verkehrsverein zu einem Spaziergang im Heilbronner Stadtwald. Ziel war unter anderem der unter Denkmalschutz stehende Schweinsbergturm.

Der teils steile Anstieg zum Schweinsberg wird immer wieder unterbrochen von kurzen Pausen inmitten der herrlichen Natur, in denen Stadtführer Walter Schuppert die Teilnehmer in die Geschichte Heilbronns mitnimmt. Auf halbem Weg zwischen Schweinsberg und Gaffenberg liegt die neue Downhillstrecke für Mountainbiker. Der steile Abhang wird auch an diesem Sonntag von abenteuerlustigen Radsportlern genutzt, manche haben sogar eine Helmkamera dabei und filmen ihre rasante Fahrt.

 

Steiler Aufstieg auf die zweithöchste Erhebung Heilbronns

 

Der Schweinsberg ist die zweithöchste Erhebung Heilbronns. Wer den Aufstieg geschafft hat, ist in punkto Aussicht aber noch nicht am Ziel. Die 114 Stufen zur Spitze des 20 Meter hohen Turms sind schnell geschafft, und ganz oben wartet dann ein einmaliger Blick auf insgesamt 15 Städte, 109 Dörfer und 40 Burgen und Schlösser, berichtet der Stadtführer, vorausgesetzt, man hat einen besonders klaren Tag erwischt. "Das Aussichtserlebnis steigert sich, je höher man auf den Turm steigt", sagt Walter Schuppert.

1886 ließ der damalige Verschönerungsverein den Turm erbauen, ein Heilbronner Architekt namens Hamann und ein Sontheimer Werkzeugmeister mit Namen Eckert waren damit beauftragt. Das steinerne Bauwerk ersetzte einen baufälligen, pyramidenförmigen Holzturm. "Der neue Turm wurde fast komplett aus Spendengeldern finanziert", erzählt der Stadtführer. 12 140 Mark kostete der Bau, 1500 Mark steuerte die Stadt bei. Der historistische Stil sollte an mittelalterliche Burgen erinnern "und die Sehnsucht nach Vergangenem wecken", so Schuppert.

 

Gebaut aus Heilbronner Schilfsandstein

 

Die Schilfsandsteine, die beim Bau benutzt wurden, stammen aus Heilbronn. Bis heute wird der typische, gelbliche Sandstein noch abgebaut. Der Schilfsandsteinbruch Jägerhaus ist jedoch stillgelegt und seit 1972 Naturschutzgebiet.

Einige der Teilnehmer kennen den Schweinsbergturm seit ihrer Kindheit, im Heilbronner Stadtwald haben sie Schnitzeljagden veranstaltet. "Orte wie der Schweinsbergturm sind für die Menschen unglaublich wichtig. Sie schaffen eine Art Identität und bringen Heimatgefühl", betont Schuppert.

 

Ausruhpause im Köpferbachtal

 

Der Abstieg ins Tal führt auf leicht begehbaren Wegen durch den Wald und endet am sagenumwobenen Köpferbrunnen. Im Köpferbachtal befindet sich der Musikpavillon, auf dessen schattigen Bänken man sich am Ende der Tour eine Pause gönnen kann.

Nicht nur der Stadtführer ist überzeugt: Um einen schönen Tag im Grünen zu verleben, ist es nicht notwendig, das Navi im Auto einzuschalten und einige Stunden zu fahren − auch die Natur vor der Haustüre hat einiges zu bieten.

 

Quelle : Heilbronner Stimme vom 15. April 2017 von Sophie Traub

Luftaufnahme vom Schweinsbergturm
Historische Aufnahme des Schweinsbergturms

Gigantischer Blick auf Heilbronn und das Umland

Der Schweinsberg im Heilbronner Stadtwald ist eine 372,8 Meter hohe Erhebung der „Heilbronner Berge“ und nach dem Reisberg (378 Meter) zweithöchster Punkt im Gebiet der Stadt Heilbronn. Die Initiative zur Errichtung einer Warte auf dem höchsten der bewaldeten Ausläufer der Löwensteiner Berge wurde erstmals im „Verschönerungsverein der Stadt Heilbronn“ 1872 angeregt. Im Jahre 1986 wurde das 100-jährige Jubiläum des Schweinsbergturms mit einer Sternwanderung des Schwäbischen Albvereins gefeiert. Das 125-jährige Jubiläum beging der Verkehrsverein Heilbronn zusammen mit der Heilbronn Marketing GmbH, der Heilbronner Bürgerstiftung und dem Schwäbischen Albverein. Durch vielseitige Aktivitäten auf dem Gelände rund um den Schweinsbergturm wurde die Geschichte und Bedeutung in Erinnerung gebracht. Im Verschönerungsverein wurde zunächst beschlossen, ein hölzernes Probegerüst in Pyramidenform zu errichten. Nachdem eine zu diesem Zweck veranstaltete Sammlung eine geringe Summe ergeben hatte, wurde ein luftiger, 20 Meter hoher Holzgerüstturm gebaut, der von 1874 bis 1884 auf dem Schweinsberg stand. Das Betreten dieses Turms wurde wegen Lebensgefahr im Jahre 1882 polizeilich untersagt. Die Konsequenz war, dass man sich auf einen steinernen Bau einigte. Die berechneten Kosten betrugen 8.000 bis 12.000 Mark. Am 7. Mai 1883 legte ein großzügiger Gönner des Vereins mit einer Spende von 3.000 Mark den „Grundstein“ für das am 8. Mai 1886 eingeweihte Bauwerk mit einer Höhe von 20 Metern.